Was ist der Unterschied zwischen einer Austragsschleuse und einer Durchblasschleuse?

In Schüttguthandlingprozessen und pneumatischen Förderanlagen ist die Auswahl der richtigen Zellenradschleuse entscheidend für eine hohe Prozesseffizienz, Produktqualität und Anlagenzuverlässigkeit. Zu den am häufigsten eingesetzten Bauarten zählen die Austragsschleuse (Discharge Valve) und die Durchblasschleuse (Blow-Through Valve). Obwohl sich beide Varianten auf den ersten Blick ähneln, unterscheiden sie sich deutlich in ihrem inneren Aufbau und ihren Strömungseigenschaften. Diese Unterschiede wirken sich direkt auf die Leistung Ihrer Anlage aus.

Austragsschleuse: Präzise Materialförderung durch Gravitation

Eine Austragsschleuse ist für Anwendungen ausgelegt, bei denen das Material vertikal durch die Schwerkraft ausgetragen wird. Bei dieser Bauweise sind Ein- und Auslauf vertikal ausgerichtet, sodass das Schüttgut frei durch die Kammern in die nachgeschaltete Anlage fallen kann.

Diese Bauart eignet sich ideal für:

  • Die Beschickung von Schneckenförderern, Mischern oder Trichtern
  • Prozesse mit nicht klebenden oder gut fließenden Produkten
  • Systeme mit geringen Druckdifferenzen, bei denen ein Austrag durch Schwerkraft ausreichend ist

Durchblas-Schleuse: Effiziente pneumatische Förderung

Durchblasschleusen sind für pneumatische Fördersysteme konzipiert. Sie verfügen über einen vertikalen Einlauf und einen horizontalen Auslauf, bei dem das Produkt direkt in den Förderluftstrom eingebracht wird. Die Förderluft strömt durch die Kammern und transportiert das Material effizient in die Rohrleitung – ein Verfahren, das als Zwangsaustrag bezeichnet wird.

Diese Konfiguration bietet mehrere Vorteile:

  • Kontinuierliche und gleichmäßige Produktzufuhr in die Förderleitung
  • Minimierung von Materialablagerungen innerhalb der Schleuse
  • Reduzierung von Druckverlusten und Energieverbrauch im pneumatischen Fördersystem
  • Ideal für feine Pulver oder empfindliche Materialien

Durchblasschleusen werden bevorzugt in Anwendungen eingesetzt, bei denen eine hohe Förderleistung und eine optimale Integration in pneumatische Systeme erforderlich sind – beispielsweise in der Kunststoff-, Chemie- und Lebensmittelindustrie.

Welche Schleusenbauart ist die richtige?

Die Wahl zwischen einer Austragsschleuse und einer Durchblasschleuse hängt von den Eigenschaften Ihres Materials und den Anforderungen Ihres Prozesses ab.

  • Materialeigenschaften: Entscheidend ist u.a., ob Pulver, Granulate oder Pellets gefördert werden. Gut fließende Materialien eignen sich meist für eine Austragsschleuse, während feine oder kohäsive Pulver von einer Durchblas-Förderung profitieren.
  • Prozessanforderungen: Berücksichtigen Sie, wie das Material zugeführt, ausgetragen oder gefördert werden soll. Die Bauweise der Schleuse beeinflusst direkt den Materialfluss, den Förderdruck sowie den Wartungsaufwand.

Coperion bietet ein breites Portfolio an Zellenradschleusen, die auf Präzision, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit ausgelegt sind – darunter sowohl Austrags- als auch Durchblasschleusen für spezifische Prozessanforderungen. Unsere Experten unterstützen Sie dabei, die optimale Konfiguration für Ihre Anwendung zu finden und eine dauerhaft effiziente Anlagenleistung sicherzustellen. 

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
 

Merkmal Austragsschleuse Durchblasschleuse
Förderrichtung Vertikal (schwerkraftgeführt) Vertikaler Einlauf, horizontaler Auslauf
Materialaustrag Austrag durch Schwerkraft Zwangsaustrag über Förderluft
Typische Anwendungen Beschickung nachgeschalteter Anlagen Einbringung in pneumatische Förderleitungen
Geeignete Materialien Gut fließende, nicht klebende Produkte Feine Pulver oder Materialien für pneumatische Förderung
Luftführung Kaum Luftbeteiligung Integriert in den Förderluftstrom

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