Feuchtigkeitsmessgerät DewTector
DTR-A – Automatisierte Version zur Online-Messung
Die DewTector Geschichte
DIE AUFGABENSTELLUNG
Kunden wenden sich häufig mit Bedenken hinsichtlich der Produktfeuchte an Coperion.
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Kunststoffhersteller stehen oft vor dem Problem, dass Feuchtigkeit in das Endprodukt gelangt. Die Ursachen dafür sind vielfältig: unzureichende Trocknung, defekte Wasserabscheider, undichte Waschdüsen, Kondensation, Regen usw. Bleibt dies unbemerkt und wird das Produkt ausgeliefert, führt dies zu Reklamationen, die hohe Kosten und Reputationsverluste nach sich ziehen.
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Verarbeiter müssen einen maximalen Feuchtegehalt einhalten, um hochwertige Produkte herzustellen.
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Im Recyclingbereich werden Verunreinigungen durch Waschen entfernt, jedoch wird für den weiteren Prozess ein trockenes Produkt benötigt.
Dennoch wird die Produktfeuchte häufig gar nicht oder nur sporadisch gemessen – etwa durch manuelle Messung der relativen Luftfeuchtigkeit in Säcken, Big Bags und vieles mehr. Dieses Vorgehen ist stets arbeitsintensiv, meist nicht standardisiert und unzuverlässig bei der Erkennung von Feuchtigkeit.
DIE HERAUSFORDERUNG
Coperion hat daher die am Markt verfügbaren Technologien zur automatisierten Feuchtemessung im Prozess intensiv untersucht. Diese sind jedoch nach wie vor wenig verbreitet. Die Gründe:
→ Etablierte Methoden wie kapazitive Feuchtemessung oder Mikrowellen-Resonanzverfahren sind komplex und teuer. Diese indirekten Methoden messen Eigenschaften wie die Dielektrizitätskonstante und bestimmen den Feuchtegehalt über zuvor sorgfältig zu ermittelnde Kalibrierfunktionen.
→ Das Problem dabei: Diese Materialeigenschaften verändern sich nicht nur durch Feuchtigkeit, sondern auch z. B. durch Änderungen in der Additivzusammensetzung von Kunststoffen. Für jede Rezeptur müsste daher eine eigene Kalibrierung erstellt werden – ein unzumutbarer Aufwand. Schwankt der Additivgehalt, wie es besonders bei oberflächenaufgebrachten Additiven der Fall ist, wird eine zuverlässige Messung unmöglich.
Das Ergebnis ist ernüchternd: Es gibt kein einfaches, zuverlässiges und kostengünstiges Messsystem auf dem Markt, das den Anforderungen der Kunststoffindustrie gerecht wird.
DIE LÖSUNG
Coperion hat sich daher entschieden, ein eigenes Messsystem zu entwickeln – mit Fokus auf Anwendbarkeit und Zuverlässigkeit. Die Lösung ist ebenso einfach wie genial:
Entfernung der Feuchtigkeit durch einen Strom aus Druckluft und wasserselektive Detektion mittels Feuchtesensor, kombiniert mit einem ausgefeilten Algorithmus zur Analyse des Trocknungsprozesses und zur Bestimmung der Feuchtemenge – die Geburtsstunde des Coperion DewTector!
Das DewTector Prinzip
Ein kontinuierlicher Teilstrom zur Messung wird über einen einfachen Abzweig aus einem Schwerkraftrohr oder einem höher gelegenen Behälter dem DewTector zugeführt. Das Schüttgut gelangt in eine Produktkammer, die durch Absperrklappen oben und unten druckdicht von Zu- und Ablauf getrennt werden kann.
Während des Messvorgangs strömt eine definierte Menge Luft durch die Produktkammer und nimmt Feuchtigkeit aus dem Produkt auf, das dadurch getrocknet wird. Dank des patentierten Designs der Produktkammer wird der Luftstrom effizient durch das Produkt geführt. Die aus der Produktkammer austretende Luft gelangt zur Analyseneinheit, wo der Feuchtegehalt mittels Hygrometer bestimmt wird.
Die Analyse des Feuchteverlaufs über die Messdauer ermöglicht die Quantifizierung der aus dem Produkt entfernten Feuchtemenge. So kann der Feuchtegehalt des Produkts im Volumen der Messkammer zuverlässig bestimmt werden. Bei bekannter Schüttdichte ergibt sich daraus der massenbezogene Feuchtegehalt in ppm.
Nicht gemessenes Produkt und die gemessene Probe werden gravimetrisch in den Prozess zurückgeführt.
Vorteile
↗ einfach, da die Feuchtigkeit aus der Probe entfernt und direkt quantifiziert wird – ohne kostspielige Kalibrierung für jedes Material bzw. jede Rezeptur (im Gegensatz zu indirekten Methoden wie kapazitiver Messung, Mikrowellenverfahren usw.).
↗ zuverlässig, da keine Kalibrierfehler auftreten können (anders als bei indirekten Methoden). Das Hygrometer reagiert ausschließlich auf Wasser und wird daher weder durch Änderungen der Produktzusammensetzung (Additive) noch durch das Vorhandensein anderer flüchtiger Stoffe beeinflusst, die z. B. thermogravimetrische Verfahren stören.
↗ wirtschaftlich, da zeitaufwändige und fehleranfällige manuelle Probenahme und Analyse entfallen.
Technologie im Detail
Messgenauigkeit
Die Messgenauigkeit des DewTector wurde durch Vergleich mit der Karl-Fischer-Titration (KFT) bestimmt, der präzisesten Labormethode zur Feuchtemessung. Im Testbereich von 500 - 3500 ppm wurde eine Genauigkeit von +5 bis –15 % gegenüber KFT ermittelt.
Wenn eine höhere Genauigkeit erforderlich ist, kontaktieren Sie uns einfach – wir besprechen gerne die möglichen Optionen mit Ihnen.
Messfrequenz
Ein höherer Feuchtegehalt benötigt mehr Zeit, um vollständig entfernt und quantifiziert zu werden, was zu längeren Messzeiten führt. Abhängig vom Feuchtegehalt wurde folgende Messfrequenz ermittelt:
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Feuchtigkeitsgehalt |
Messfrequenz |
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≤ 500 ppm |
10 pro Stunde |
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500 - 2500 ppm |
7 pro Stunde |
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2500 - 10000 ppm |
7 - 4 pro Stunde |
Dies ermöglicht sowohl eine schnelle Störungserkennung als auch die Verfolgung langfristiger Trends, z. B. aufgrund von Witterungseinflüssen oder Anlagenverschleiß.
Betriebsbedingungen
Schüttgut
Grundsätzlich sind alle frei fließenden und durchlässigen Schüttgüter geeignet. Staub im Produkt stellt kein Problem dar. Wir testen gerne Ihre individuelle Produktprobe.
Feuchtigkeitsgehalt
Der DewTector kann in einem breiten Feuchtebereich eingesetzt werden: von wenigen Hundert bis über 10 000 ppm. Das Produkt sollte nicht tropfen, d. h. es darf nicht mehr Feuchtigkeit enthalten, als auf den Partikeloberflächen und in den Zwischenräumen gehalten werden kann. Der DewTector erfasst ausschließlich oberflächliche bzw. leicht entfernbare Feuchtigkeit.
Produkttemperatur
Maximal: 70 °C (Materialbeständigkeit)
Minimal: 5 °C (Schutz vor Frost)
Umgebungstemperatur
Maximal: 45 °C (Elektronik)
Minimal: 5 °C (Schutz vor Frost)
Bei Frostgefahr: Heizung erforderlich (z. B. beheizter Schaltschrank)
Abmessungen
DTR-A – Automatische Version für die Online-Messung
Höhe: ca. 30 cm
Breite x Tiefe: ca. 55 × 55 cm
DTR-M – Manuelle Version für die Labor-Messung
Höhe: ca. 75 cm
Breite x Tiefe: ca. 60 × 60 cm
Hilfsenergien
Stromversorgung
• 24 VDC, 2.5 A
Druckluft
• Druck: min. 6 barg, max. 12 barg
• Einstellung des Druckluftfilters: 6 barg
• Qualität: Druckluft gemäß ISO 8573-1:2010 [7:4:4]
Die Einhaltung des maximalen Gehalts an Feststoffpartikeln und Öl wird durch den integrierten Filterregler sichergestellt.
Steuerung und Konfiguration
Der DewTector wird über einen Feldbus mit der Anlagensteuerung verbunden, um die Steuerung sowie die Übertragung von Sensor- und Messdaten zu ermöglichen.
Die Konfiguration erfolgt über einen Browser mittels der DewTector Web App, die vom integrierten Webserver bereitgestellt wird.