Wie erzielt Coperion eine zuverlässige Desodorierung beim Kunststoff-Recycling?
Wir betrachten das Desodorieren als ein Zusammenspiel mehrerer Schritte, die sich über den gesamten Recyclingprozess erstrecken.
Der erste wichtige Schritt erfolgt bereits während der Materialaufbereitung. Mit der leistungsfähigen Waschtechnologie von Herbold Meckesheim wird das Ausgangsmaterial nicht nur gereinigt, sondern bereits desodoriert. Effiziente Waschanlagen entfernen einen erheblichen Anteil an Verunreinigungen und geruchsverursachenden Stoffen, noch bevor das Material den eigentlichen Recyclingprozess erreicht.
Der zweite Schritt findet im Coperion-Doppelschneckenextruder statt. Dort wird das Rezyklat aufgeschmolzen, intensiv gemischt, homogenisiert und entgast. Dank optimal aufeinander abgestimmter Schneckenkonfigurationen und Prozessbedingungen wird ein großer Teil der flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) zuverlässig im Doppelschneckenextruder entfernt.
Der dritte und letzte Schritt erfolgt in der Siloentgasung EcoFresh. Dort wird das Compound einer thermischen Nachbehandlung unterzogen, bei der verbleibende flüchtige Bestandteile und Restgerüche entfernt werden. Dieser abschließende „Feinschliff“ ermöglicht es, Rezyklate hinsichtlich ihrer Geruchseigenschaften auf ein Qualitätsniveau zu bringen, das dem von Neuware sehr nahekommt.
Das Besondere an unserer Lösung ist der integrierte Ansatz. Jeder einzelne Prozessschritt trägt zur Gesamtleistung der Desodorierung bei und führt so zu einer deutlich höheren Qualität der Rezyklate.
Sie sprechen häufig von der Desodorierung als Prozess und nicht als einzelne Technologie. Warum ist das so wichtig?
Das ist wichtig, weil kein einzelner Prozessschritt und keine einzelne Technologie alle Verunreinigungen und geruchsverursachenden Stoffe allein entfernen kann.
Eine erfolgreiche Desodorierung beginnt mit einer effektiven Reinigung und Materialaufbereitung. Anschließend erfolgt eine intensive Entgasung im Extruder, bevor der Prozess durch die thermische Nachbehandlung in der EcoFresh-Siloentgasung abgeschlossen wird.
Jede dieser Technologien entfernt unterschiedliche Arten von Verunreinigungen und flüchtigen Bestandteilen. Erst das optimale Zusammenspiel aller Technologien führt zu einer besonders effizienten Gesamtdesodorierung und Dekontamination.
Dieser integrierte Ansatz war auch einer der wesentlichen Gründe dafür, dass wir von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) den Letter of No Objection (LNO) für lebensmitteltaugliches rHDPE und rPP erhalten haben. Die FDA bescheinigt nicht nur die Leistungsfähigkeit einer einzelnen Maschine, sondern die Wirksamkeit des gesamten Prozesses.
Welche Möglichkeiten eröffnet diese Bestätigung der FDA für Recyclingunternehmen?
Sie eröffnet mit den hergestellten Recompounds den Zugang zu höherwertigen Anwendungen.
Mit der Technologie von Coperion können Recyclingunternehmen aus HDPE-Milchflaschen oder Fruchtsaftflaschen lebensmitteltaugliches Regranulat herstellen und dieses anschließend zur Produktion ähnlicher Flaschen oder verwandter Produkte wiederverwenden.
Lebensmittelbehälter, Becher, Schalen und Trays aus PP können zu neuen Verpackungen mit direktem Lebensmittelkontakt recycelt werden. Je nach Anwendung sind Rezyklatanteile von bis zu 100 Prozent möglich.